In unserer Schule haben immer wieder einzelne Kinder die Möglichkeit, mit Julie und Giacomo über einen längeren Zeitraum 1x pro Woche zu arbeiten. Wir starten damit, dass Hund und Kind sich kennenlernen und die ersten Regeln gelernt werden. So üben die Kinder, wie sie die Aufmerksamkeit des Hundes bekommen, wie man den Hund an- und ableint und wie man ihn mit und ohne Leine führt. Der Hund lernt dabei sein Kind kennen und baut Vertrauen zu ihm auf. Diese Phase finde ich recht schwierig, weil ich genau schauen muss, wo die gemeinsamen Stärken von dem Kind und dem Hund liegen. Dann versuche ich aus diesen Vorlieben gemeinsame Spiele oder Übungen zu basteln. Anschließend werden dann verschiedene Parcours aufgebaut und Tricks trainiert.

Julie ist recht ruhig und liebt es, gelobt zu werden. Wenn sie nicht gelobt wird macht sie nach kurzer Zeit nicht mehr mit. Sie hat mit einem Kind gearbeitet, dass sprachliche Probleme hatte und nicht gelobt hat. Ich bin dann nebenhergegangen und habe das Loben übernommen, dass Kind durfte dann die Leckerchen geben. Es hat funktioniert. Aber dicke Freunde sind die beiden nicht geworden.

Im Moment arbeitet Julie mit einem Kind, dass sich emotional sehr gut auf sie einlassen kann, viel lobt und viel Freude an der Arbeit ausstrahlt. Anfangs war Julie noch zurückhaltend, jetzt ist sie total begeistert. Auf dem Video ist zu sehen, wie L. mit Julie einen Parcour für den Hundeführerschein bewältigt und anschließend zwei Kunststücke vorführt. Julie läuft freudig-erwartungsvoll mit und lässt sich auch auf ein Kunststück ein, das ihr etwas schwer fällt. L. motiviert sie und zeigt ihr auch mit seiner Körpersprache, was sie machen soll. Die beiden sind ein tolles Team.

Giacomo liebt es, zu rennen, Bälle zu holen und klare Ansagen zu bekommen. Wenn er keine verständlichen Ansagen bekommt, bellt er (leider auch bei mir im Agility). Das macht es für die Kinder nicht gerade einfach. Der Vorteil bei Giacomo ist, dass er während des Arbeitens voll auf das Kind konzentriert ist. Er lässt sich nicht ablenken. Giacomo arbeitet im Moment mit einem Kind, dass eher etwas langsamer ist und gut überlegt, bevor es die Kommandos gibt. Anfangs hat Giaco oft gebellt und wir mussten die Übung abbrechen. Jetzt haben sich die beiden schon so gut aufeinander eingestellt, dass sie den Parcour ohne Bellen und Stopps geschafft haben. Es ist für beide eine Herausforderung und ich freue mich sehr, dass sie es so gut schaffen.